Nein, Würzburg bleibt nicht Mitglied der Metropolregion Nürnberg. Der Stadtrat hat in seiner Weisheit beschlossen, dass Würzburg alleine stärker ist. Man wolle schließlich nicht S-Bahn-Station Nürnbergs sein, soufflierten die Grünen dem bayerischen Rundfunk in die Online-Seite. Und die CSU fand: Die Mittellage (zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Frankfurt) sei eine Eigenlage die gepflegt werden müsse. Genau! Wer kennt es nicht, dieses behagliche Gefühl als kleiner zwischen zwei Starken und sowieso als 100.000+ Einwohner Stadt mit Burg und Fluss ist man ja absolut unvergleichbar. Die Metropolregion Nürnberg bietet ein wertvolles Netzwerk, um gemeinsame Interessen der Teilnehmer etwa im Bereich Wissenschaft, Tourismus oder als Tagungsstandort zu nutzen. Daran ist schlechterdings nichts Schlimmes zu finden. Würzburger pendeln jeden Tag nach Nürnberg. Nicht etwa verliert Würzburg durch eine nähere Anbindung an Bayerns zweitgrößte Stadt an Eigenständigkeit, im Gegenteil: Es gewinnt durch die Nähe an Attraktivität. Wenn man im Ausland ist uns versucht zu erklären woher man kommt, „Nordbayern, zwischen Nürnberg und Frankfurt“ ist zumindest für mäßig geographisch gebildete Gesprächspartner eine brauchbare Beschreibung. Wieso also nicht einfach die Nähe zur Metropole akzeptieren und die sich daraus ergebenen Vorteile einstreichen? Aber dafür ist sich eine Stadt, in der ein halber verkaufsoffener Sonntag schon zu viel ist, die über Jahre keine Imagekampagne auf die Beine kriegt und in der man die Wahlprogramme der Grünen auch gerne mal Sonntagmorgens in der Messe verkündigen könnte, weil sie konservativ genug sind, wohl einfach zu schwarz.
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